DIE KINDER UND IHRE FORTSCHRITTE
Das Team erzählt:
Viele unserer Kinder kommen orientierungslos zu uns. Sie hatten kaum je Vorbilder und
kaum Chancen Wertvorstellungen zu entwickeln. Ihre Eltern haben längst vor der
dreifachen Last von Armut, Arbeitslosigkeit und Ausweglosigkeit resigniert. Jetzt
kümmern wir uns um Klein und Gross. Wir achten auf regelmässigen Schulbesuch.
Unsere Zusammenarbeit mit den Lehrern der öffentlichen Schulen trägt viel zum Erfolg
bei.
Nach dem Unterricht kommen die Kinder in die Casa Florian. Hier können sie nicht nur
ihre schulischen Lücken schliessen, sie überwinden auch ihre Beziehungsprobleme und
Kommunikationsängste, spielen, lachen und tummeln sich mit anderen. Viele von ihnen
haben emotional und intellektuell erstaunliche Fortschritte gemacht. Ihre Lehrer zeigen
sie mehr Verständnis wenn sie merken, dass sich jemand sich um sie kümmert.
ANA, 19 J., lacht. Ihr wurde durch eine Patenschaft aus Zürich die Teilnahme an einem
Kochkurs ermöglicht. Sie fand eine Anstellung und hat trotz mühsamer Arbeit und
schmerzender Füsse nicht aufgegeben. Strahlend zeigte sie ihren ersten Lohn den
jüngeren Kindern.
LAURA, 12 J. konnte mit ihrer Schulklasse nicht Schritt halten, hatte grosse Lücken in
fast allen Fächern. Die kleine Gruppe, mit der sie in der Casa Florian Schularbeiten
macht, hat sie angeregt, ihre Kapazitäten zu nutzen. Die ersten Fortschritte in
Rumänisch, Englisch und Mathematik ermutigten sie, haben ihre Ausdauer gefördert und
ihre Lernresultate lassen uns auf ein Schuljahr mit besseren Noten hoffen.
Ion, 13 J.hatte sogar das Alphabet vergessen als er zu uns kam.... das war im letzten
Herbst. Aber er hat eine natürliche Intelligenz und schaffte es mit Hilfe unseres Teams in
einem Jahr in die 4. Klasse. Das stärkte sein Selbstbewusstsein und verbesserte sein
gestörtes Sozialverhalten. Er hat jetzt saubere Kleider, aber die Familie, "wohnt" weiter
in einem fensterlosen Kellerraum, hat ein provisorisches WC an die Kanalisation
"installiert" und sich auf ähnliche Weise Strom und Wasser "da unten beschafft". Da
können wir nicht helfen, das übersteigt unsere Mittel, aber wir glauben, wir werden Ions
Leben und das seiner Geschwister in eine andere Bahn lenken können. Ein guter Anfang
ist gemacht.
Namen geändert
Viele unserer Kinder sind in Elendsquartieren aufgewachsen, manche leben noch heute
dort. Andere kommen aus überbelegten, viel zu engen, primitiven Mietwohnungen. Im
Hausflur hängen Listen mit den namentlich aufgeführten Mietschuldnern. Wer 3 Monate
nicht gezahlt hat, verliert buchstäblich das Dach über dem Kopf.
Wir versuchen ihnen die Kindheit zu retten… und die Zukunft.